„Den Ho(tel)rizont erweitern“ ist das Motto, das nun in der dritten Runde Hoteliers, PartnerInnen und InteressentInnen am Blackfoot Beach in Köln zusammenbringt. Vorab trafen sich an genau diesem Strand David Heidelberg, Geschäftsführer von DIRS 21, Andreas Höffken vom Dehoga Nordrhein und Philipp Berchtold, ibelsa, um Themen anzureißen, die die Hotellerie stetig in Bewegung hält.
Welche Fragen sich die Hotellerie im Jahr 2026 stellen muss…
Köln, die Sonne scheint. Und trotzdem werden Themen, die Hotelbetriebe gerade in diesen Zeiten beschäftigen, nicht einfach auf die leichte Schulter genommen. Andreas Höffken vom DEHOGA Nordrhein verdeutlicht im Interview die Notwendigkeit einer starken Interessenvertretung in Krisenzeiten. Die Botschaft ist klar: Einzelkämpfertum ist im aktuellen Marktumfeld kein tragfähiges Modell mehr.
„Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass wir als Verband Flagge zeigen und die Betriebe unterstützen, die durch Kostendruck und Bürokratie extrem belastet sind.“
Perspektiven müssen geschaffen werden – und da ist der offene Austausch wichtiger denn je. Ein Austausch ohne Denkverbote, zwischen Hoteliers und Hotelierinnen, solchen, die bereits Erfahrungen mit Digitalisierung gemacht haben und denjenigen, die dem Thema noch misstrauisch gegenüberstehen.
Höffken ist „Hotelrizonfan seit Stunde null“ – genau hier am Strand kommen alle zusammen und erhalten ganz nebenbei neue Denkanstöße durch offenes Netzwerk.
Architektur der Systeme: Der Kampf gegen die „All-in-One“-Illusion
Ein Kernpunkt der Veranstaltung ist die kritische Auseinandersetzung mit der Hotel-IT. Die Tragweite dieser Entscheidung wird oft unterschätzt: Ein starres System kann die Skalierbarkeit eines gesamten Betriebes blockieren. David Heidelberg von DIRS21 blickt auf 30 Jahre elektronische Distribution zurück und warnt vor der Bequemlichkeit scheinbarer Gesamtlösungen, die in der Tiefe oft versagen.
„Wir sehen oft, dass Betriebe sich für All-in-One-Lösungen entscheiden und dann feststellen, dass die Spezialisierung fehlt. Wir bei DIRS21 setzen auf die Kraft der Schnittstellen und die Best-in-Class-Strategie.“
Philipp von ibelsa ergänzt diese Perspektive durch die Historie des gemeinsamen Netzwerks. Die Einbettung verschiedener Spezialisten in einen funktionierenden Tech-Stack ist das zentrale Versprechen von Hotelrizon. Es geht nicht um den Verkauf einer Software, sondern um die Konstruktion eines Ökosystems.
Interaktion statt Frontalbeschallung
Das Interview macht deutlich, dass Hotelrizon mit der Tradition der passiven Wissensvermittlung bricht. Ab 13:00 Uhr transformiert sich das Event in interaktive Deep Dive Sessions. Hoteliers bringen ihre individuellen Probleme mit und erarbeiten gemeinsam mit Experten Lösungen.
„Es geht uns nicht darum, den Leuten zwei Stunden lang zu erzählen, wie toll wir sind. Wir wollen in die Systeme gehen. Wir wollen zeigen: Wie löst du dieses spezifische Problem in deinem Alltag?“
Dieser Ansatz verdeutlicht die Dimension des Events: Es ist eine Werkstatt für die Hotellerie der Zukunft. Der Fokus liegt auf „Ehrlicher Beratung“ – ein Begriff, der im Interview mehrfach fällt und die Abkehr von reinem Marketing-Sprech markiert. Der Titel ist Programm: Ho(tel)rizont erweitern.
In einer Phase, in der die Tech-Landschaft zunehmend unübersichtlich wird, ist gedankliche Schärfe das wichtigste Werkzeug. Hotelrizon versteht sich nicht als Verkaufsveranstaltung, sondern als interaktive Plattform für den inhabergeführten Mittelstand.
Deep Dive: Strategien gegen den Kostendruck
Digitalisierung ist kein Lifestyle-Thema, sondern die Antwort auf harte wirtschaftliche Fakten:
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Automatisierung: Wie viel Entlastung ist 2026 prozessual möglich?
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KI-Impact: Wo unterstützt Technologie die Gastgeberschaft, anstatt sie zu ersetzen?
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Datenhoheit: Sicherer Rahmen trotz geopolitischer Verschiebungen.
Andreas Höffken unterstreicht die Relevanz dieser Themen für die Region: Es geht darum, Best Practice nicht nur zu theoretisieren, sondern auf Augenhöhe und ohne Tabus auszutauschen.
Künstliche Intelligenz und die „Mensch-Maschine“-Schnittstelle
Zum Abschluss greift das Interview noch ein Thema auf, das die Branche spaltet: KI. Während viele Anbieter mit abstrakten Versprechen werben, fokussiert sich Hotelrizon auf die Implementierbarkeit. Die Diskussion am Blackfoot Beach wird klären, wie Algorithmen den administrativen Overhead reduzieren können, ohne die persönliche Gastgeberschaft – den Kern der Hotellerie – zu gefährden.
„Die Technik muss dem Menschen dienen, nicht umgekehrt. Wenn die KI uns den Rücken freihält für den Gast, dann haben wir gewonnen.“
Fazit für den Hotelmittelstand
Hotelrizon 2026 ist die Antwort auf die zunehmende Komplexität. Es bietet den Teilnehmern nicht nur technologische Werkzeuge, sondern die gedankliche Schärfe, um im Wettbewerb zu bestehen. Der Austausch auf Augenhöhe am Kölner Strand ist kein Luxus, sondern eine notwendige Investition in die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens.
Event-Details:
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Wann: 18. Juni 2026 | Check-in ab 12:00 Uhr
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Wo: Blackfoot Beach, Köln
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Tickets & Programm: ibelsa.com/hotelrizon
